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Schirm für Landrat

„Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich.“ Nachdem am vergangenen Wochenende das Fürstenehepaar Lobkowicz aus Krimice sich bereiterklärt hatte, die Ehrenschirmherrschaft für die 800-Jahr-Feier zu übernehmen (wir berichteten), folgte nun einen weiterer Schritt der Waldthurner Festleitung.

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Die Waldthurner Abordnung mit Bürgermeister Josef Beimler (Fünfter von links) und der Festorganisationsleitung sprach am Dienstag beim Neustädter Landrat Andreas Meier (Siebter von links) vor. Die Delegation drückte ihm einen Schirm zur Übernahme der Schirmherrschaft für das große Fest vom 9. bis 18. Juni 2017 in die Hand. Bild: fvo

Am Dienstagnachmittag sprach eine Abordnung mit Bürgermeister Josef Beimler, der Festorganisationsleitung mit Thomas Bergmann, Christian Gallitzendörfer und Josef Pflaum an der Spitze, beim Neustädter Landrat Andreas Meier vor. Die Delegation drückte ihm ebenfalls einen symbolischen Schirm zur Übernahme der Schirmherrschaft für das große Fest vom 9. bis 18. Juni 2017 in die Hand.
„Da das Fürstenpaar Lobkowicz bereits der Ehrenschirmherrschaft zusicherte, wollen wir nun im Lobkowitzschloss in Neustadt den Kreisfürsten Landrat Andreas Meier ebenfalls um die Zusage bitten“, meinte der „Waldthurner Marktfürst“ amüsiert.

„Wo muss ich unterschreiben?“, fragte Meier und erwiderte, dass es für ihn eine Selbstverständlichkeit sei, dieses Amt zu übernehmen. Waffengewalt durch die kleine Abordnung der „Historisch Hochfürstlich Lobkowitzsche Grenadiergarde der Gefürsteten Grafschaft Störnstein“ mit dem Waldthurner Helmut Gollwitzer müsse nicht angewendet werden. Bei einer Gesprächsrunde erörterte Festleiter Bergmann den Stand der Organisation.

Fürstlicher Ehrenschirmherr

Nicht jedes Fest kann mit einem echten Fürstenehepaar als Schirmherren aufwarten. Für Waldthurn ist dies 2017 bei der 800-Jahr-Feier aber der Fall.

„Aufgrund der langen und guten Zeit, in der die Familie Lobkowicz den Markt Waldthurn begleitet hat, wäre es eine Ehre, wenn Ihre Durchlaucht Fürstin Elisabeth von Lobkowicz und Ihre Durchlaucht Fürst Jaroslav von Lobkowicz die Ehrenschirmherrschaft für das 800-jährige Jubiläum übernehmen würden“, sagte der Waldthurner Heimatpfleger Georg Schmidbauer aus Oberbernrieth. Am Samstagmorgen machte sich ein vollbesetzter Bus Richtung Böhmen auf, um die Ehrenschirmherrschaft des Fürstenehepaars im tschechischen Krimice bei Pilsen zu erbitten. An der Spitze stand der Organisationsausschuss des Fests mit Bürgermeister Josef Beimler, Thomas Bergmann und Christian Gallitzendörfer. Auch dritter Bürgermeister Hans-Peter Reil, Markträte, Pfarrgemeinderatssprecherin Birgit Bergmann, Kirchenpfleger Max Kick und einige Festdamen um Karin Kleber waren angereist.

Unter den Klängen der Trachtenkapelle Waldthurn marschierte die beeindruckende Abordnung in das Schloss des Fürstenehepaars in Krimice ein. Ein echter Hingucker war die „Historisch Hochfürstlich Lobkowitzsche Grenadiergarde der Gefürsteten Grafschaft Sternstein“, die unter Leitung von Christian Kraus ihre Aufwartung machte und im Garten des Schlosses einen Ehrensalut abfeuerte, der die Einheimischen hellhörig werden ließ.

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Die Waldthurner Abordnung bat Fürst Jaroslav von Lobkowicz (mit rotem Pullunder) und Fürstin Elisabeth von Lobkowicz (rechts davor), die Ehrenschirmherrschaft für die 800-Jahr-Feier zu übernehmen. Bild: fvo

„Vítáme Vás“ – herzlich willkommen“, meinte der Fürst, der Abgeordneter im tschechischen Parlament ist, eine Sauerkrautfabrik sowie eine Gärtnerei führt und eine große landwirtschaftliche Fläche bewirtschaftet. Bürgermeister Beimler erinnerte an die erste urkundliche Erwähnung des Markts Waldthurn 1217. „So können wir im nächsten Jahr vom 9. bis 18. Juni das 800-jährige Jubiläum feiern.“ Von 1666 bis 1807 war Waldthurn unter der Regierung der Familie Lobkowitz. Es war die sogenannte Goldene Zeit von Waldthurn. „Danach mussten wir uns dem Königreich Bayern unterordnen“, meinte Beimler.

Die Organisationsleiter Thomas Bergmann und Christian Gallitzendörfer überreichten einen Blumenstrauß sowie einen Geschenkkorb mit regionalen Oberpfälzer Produkten an die Durchlauchten. „Wir übernehmen die Ehrenschirmherrschaft sehr gerne“, antwortete der Fürst unter dem Applaus der Gäste aus der Oberpfalz. „Nur durch solche Aktionen können wir die Spaltung zwischen Deutschen und Tschechen, hier speziell zwischen Böhmen und der Oberpfalz wieder schließen“, schwärmte die Fürstin. Der Bürgermeister von Krimice, Vít Mojžís, meinte, dass hier eine „klasse Truppe“ aus der Oberpfalz angereist sei, deren Wunsch das Fürstenpaar bestimmt nicht abschlagen werde.